Sonntag, 19. Februar 2012
Mit Reise-Engeln unterwegs: Meine neuesten Erfahrungen über Koffer
Irgendwer hat mir einmal erklärt, der Ausdruck „ Koffer“ sei abwertend, politisch unkorrekt und ein Überbleibsel aus der unseligen Kolonialzeit. Gemeint waren damals die Angehörigen des südafrikanischen Stammes der Kaffern. Seit ich erst kürzlich mit Koffern ganz persönliche Erfahrungen machen musste, kann ich an diese Deutung nicht mehr so recht glauben.
Meine Flugreise sollte über Amsterdam nach Kapstadt gehen, wo ich ein Schiff besteigen wollte. Für einen Direktflug dürfte Wien noch zu klein oder zu provinziell sein. Ich entschied mich für eine niederländische Linie – den Namen erwähne ich an dieser Stelle nicht, um nicht ungebührlich Werbung zu machen - , da sie mich rascher und preiswerter ans Ziel zu bringen versprach, als die deutsche oder britische Konkurrenz. Dann aber kam alles ganz anders.
Mein Check-In war der letzte noch normale Vorgang. Dann ging es Schlag auf Schlag. Kaum war „Boarding completed“ gemeldet, folgte als erste Hiobsbotschaft, dass sich der Flug wegen eines verstopften Klosetts verzögern würde. Das hatte sich am frühen Morgen wohl nicht eher feststellen lassen.
Seit ich mit Engeln Kontakt habe, ziehe ich sie gerne vor dem Antritt jeder Reise zu Rate. Wenn sie energetisch ein Zeichen der Zustimmung geben, gibt es für mich keine Bedenken und keine Flugangst mehr. Ich habe schon öfters gehört, dass besonders vorsichtige und ängstliche Menschen sofort aus dem Flugzeug flüchten, wenn irgendwas nicht reibungslos abläuft. Ich aber frage vor allem die Erzengel Michael und „meinen“ Jophiel, und wenn ich ein zustimmendes Zeichen empfange, klappt letztlich alles. So geschah es auch diesmal.
Nach gut einer Stunde emsigen Werkens im kleinsten, aber offenbar wichtigsten aller Nebenräume verkündete eine Flugbegleiterin freudestrahlend den verspäteten Start. Der sportlich ehrgeizige Kapitän versprach sogar, die Verzögerung mit Vollgas auf die Hälfte zu reduzieren. In mir keimte wieder die Hoffnung, den ursprünglich zeitlich reich bemessenen Anschluss doch noch zu erreichen. Der Kapitän hielt Wort, doch das Bodenpersonal machte mir administrativ umständlich einen Strich durch die Rechnung. Meinem Silbervogel konnte ich nur wehmütig nachwinken.
„Warum nur, warum schon wieder?“ fragte ich meine Engel. Sie wollten oder konnten mir nichts sagen. Warum–Fragen haben sie noch nie gemocht. Einige Stunden trieb ich mich in der Abfertigungshalle umher und wartete auf meinen Anschlussflug nach London. Eine andere Verbindung gab es an diesem Tag nicht mehr. Die Zeit in Heathrow brachte auch keine Abwechslung, aber spät abends ging es dann doch los. Meine Ärgerlichkeit war vorbei und ich begann, mich auf neue und interessante Reiseerlebnisse vorzubereiten.
Die Passkontrolle in Kapstadt verlief mit britischer Disziplin und Genauigkeit und frohgemut trat ich ans Förderband. Alle, wirklich alle Gepäckstücke zogen langsam an mir vorbei. Als es schließlich völlig leer zum Stillstand kam, war mir klar, dass mein Koffer nicht mitgeflogen war. Obwohl ich jetzt wirklich böse wurde, signalisierten meine Reiseengel, dass alles in Ordnung wäre. Damit konnte ich mich nicht abfinden. Mir fiel plötzlich die Erzählung einer Schweizer Freundin ein, die ihr Gepäck als einzige in ihrer Gruppe auf einer Fernreise mit Engelsymbolen geschützt hatte und im Gegensatz zu ihren Begleitern nichts verloren hatte. Zu spät, dumm gelaufen!
Ich weiß aus Erfahrung, dass ich Geduld und Vertrauen lernen muss, das zählt zu meinen wichtigsten Lernaufgaben auf diesem Planeten. Jetzt musste ich halt nachsitzen. Aufgabe noch nicht gelernt! Hatten die niederländischen „Koffer“ etwa deshalb nicht mein Gepäckstück gleichzeitig mit mir nach London auf die Reise gegeben, oder war ich selbst ein leichtsinniger „Koffer“? Ganz egal, wo es auch hängengeblieben sein mochte, es blieb verschollen. Mehr als ein paar tröstliche Worte konnte man mir am Reklamationsschalter auch nicht mitgeben. Das dumme Wortspiel mit den Koffern ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Das anhaltende Missgeschick wäre nur halb so schlimm gewesen, hätte ich nicht eine Schiffsreise am folgenden Tag antreten müssen. Ich konnte sicher sein, dass man auch ohne meinen Koffer ablegen würde. Einen Urlaubstag hatte ich durch die Flugverspätung schon verloren, den größten Teil des zweiten musste ich darauf verwenden, die allernötigste Ausrüstung und Bekleidung einzukaufen, denn ein Wiedersehen mit meinem Koffer wurde immer unwahrscheinlicher. Alljährlich gehen am Flughafen in Schwechat angeblich einhunderttausend Gepäckstücke verloren. Was, um Himmels willen, passiert mit diesem Kofferberg? Mit so viel Unbehagen war ich noch nie auf Shoppingtour.
Vollbepackt mit zwei großen Einkaufstaschen wollte ich am nächsten Tag die Gangway zum Schiff betreten, als mich ein goldbetresster Schiffsoffizier in blütenweißer Uniform am Ärmel meiner neuen Jacke zurückzog. „Sir, ist das vielleicht Ihr Koffer?“ Er deutete dabei auf meinen vermissten, leicht ramponierten, schon fast aufgegebenen und heiß begehrten Koffer, der zwischen verschiedenen anderen Gepäckstücken versteckt da stand. Ich war dermaßen überrascht und verblüfft, dass ich ihn schnell an mich zog und umarmte. Ihn, den Koffer natürlich, nicht den Offizier.
„Danke, danke, meine lieben Reiseengel“, mit einem Schlag war alles wieder gut.
Sonntag, 29. Januar 2012
Was ist so neu an der "Medizin der Neuen Zeit"?
Seit ich die vielfachen Erfolge mit den Engelsymbolen, Engelessenzen und Engelölen erfahren und erlebt habe, musste ich sie einfach akzeptieren, obwohl ich sie bis heute eigentlich nicht wirklich begreifen kann. Ein paar Dinge sind mir aber klar geworden und darüber will ich hier kurz berichten.
Diese Hilfsmittel wirken bereits viel früher, als alle mir bekannten Medikamente. Lange bevor der feststoffliche Körper Signale in Form von erkennbaren Symptomen aufzeigt, ist der unsichtbare feinstoffliche Energiekörper aus seiner Balance geraten. Wenn in dieser Situation durch Symbole und Essenzen das entstandene Energiedefizit ausgeglichen werden kann, kommt der feinstoffliche Körper wieder in seinen natürlichen Sollzustand und stabilisiert den feststofflichen. Eine frühzeitige Prophylaxe, wie sie in der herkömmlichen Medizin noch unbekannt sein dürfte.
Warum, habe ich mich immer wieder gefragt, wodurch kann denn der feinstoffliche Körper aus seiner Balance geraten? Mit verstandesorientierter Ursachenforschung kommt man da oft nicht weiter. Gerade hier aber setzen die Hilfsmittel "aus der Engelwelt" an. Mit Hilfe der von den Engeln energetisierten Symbole ist es möglich, weitaus tiefer als jede noch so fundierte Tiefenpsychologie an die Gründe für ein gestörtes Energie-Gleichgewicht heranzukommen. Man gelangt tiefer ins Unterbewusstsein, tiefer in alle emotionalen Schichten, ja, so unglaublich es manchen erscheinen mag, man kommt mit der Symbolarbeit sogar auf die Seelenebene. Damit betritt man einen Bereich, ich nenne es lieber eine neue Dimension, die freilich jeder traditionellen Medizin und auch den alternativen Methoden verschlossen ist. Das ist für mich die Erklärung für die unbegreiflichen Erfolgserlebnisse jener Menschen, die mit Symbolen und Essenzen gearbeitet haben.
In dieser Meinung haben mich auch die Umstände bestärkt, dass die Wirkung unabhängig davon eintritt, ob man daran glaubt, oder nicht. Ganz offensichtliche Skeptiker erhalten die gleiche Hilfe, ebenso ist es völlig egal, ob man irgendeiner Religion angehört oder nicht, ob man an einen Gott oder sonstige Schöpferkraft glaubt oder nicht. Der einzige Unterschied, den ich bisher feststellen konnte ist, dass die positive Wirkung der Hilfsmittel bei den Personen, die darauf vertrauen, etwas rascher zustande zu kommen scheint.
Ganz wichtig ist meiner Meinung, dass man mit den Symbolen und Essenzen nicht nur vorbeugend, sondern freilich auch kurativ, also wenn die körperlichen Krankheitssymptome längst schon manifest geworden sind, arbeiten kann. Praktisch bedeutet das, dass man in jedem fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung erfolgreich sein kann. Dafür gibt es eine Menge Beispiele aus der Praxis, über die ich mich ganz besonders freue, und vor allem dann, wenn Krankheitsfälle von sogenannten Spezialisten bereits als "austherapiert" aufgegeben wurden.
Dennoch bin ich der Meinung, dass die Hilfsmittel "aus der Engelwelt", wie sie gerne bezeichnet werden, keine Zauber- und Wundersachen sind, aber wunderbar helfen können. Ich vertrete die Überzeugung, dass mit ihnen Ergebnisse erreichbar sind, die man auf der Verstandesebene kaum nachvollziehen kann, da sie aus einer uns nicht bewusst zugänglichen Dimension kommen. Ganz wichtig erscheint mir die Feststellung, dass sie in Ergänzung zu den Errungenschaften der klassischen Medizin und der Erkenntnisse der Alternativen Methoden, nicht aber im Gegensatz dazu einsetzbar sind. Das erfordert freilich die Öffnung aller betreffenden Mitspieler in unseren gesundheitlichen Systemen und die Bereitschaft, alles, was uns angeboten und zur Verfügung gestellt wird, zum Wohle aller Lebewesen unseres Planeten einzusetzen.
Dienstag, 24. Januar 2012
Höhere Mathematik in der Politik: EU-Beitritt Kroatiens
Der österreichische Rundfunk und einige ebenfalls um objektive und seriöse Berichterstattung bemühte Tageszeitungen haben die jüngsten Wahlen in Kroatien auf spezielle Art ganz ordentlich verzerrt dargestellt. "Beim Referendum über den EU -Beitritt haben sich zwei Drittel der Bürger für Europa ausgesprochen!"
Klingt gut, stimmt aber nicht. In Kroatien leben 4,3 Millionen Menschen. Dazu kommen 400.000 Auslandskroaten, das macht zusammen 4,7 Millionen. Mit der obigen Schlagzeile wird der Eindruck vorgetäuscht, es könnten sich mehr als 3 Millionen Kroaten für den Beitritt ausgesprochen haben.
Tatsächlich lag die Wahlbeteiligung aber knapp unter 44 Prozent, das wären immerhin noch 630.000 Menschen. Wenn man aber alle nicht Wahlberechtigten (Babys, Kinder u.a.m. ) abzieht, bleiben rund 500.000 über. Davon haben 66 Prozent für den Beitritt gestimmt, also eher bescheidene ca. 330.000 Personen.
Im Endeffekt bedeutet das aber, dass sich von 4,7 Millionen Kroaten lediglich 330.000 für den Beitritt entschieden haben, das sind magere 7 Prozent. 93 Prozent aber haben sich nicht dafür entscheiden können. Eine Frage am Rand: Entscheidet in einer Demokratie wirklich immer die Mehrheit?
Meine Schlussfolgerung: Ein besonders großes Anliegen kann der EU-Beitritt für die Bevölkerung nicht sein. Von unseren Problemen und Brüsseler Auswüchsen hat man auch in Kroatien einiges mitbekommen. Als leidgeprüfter Europäer frage ich mich, ob sich Kroatien in die Reihe der Nettozahler eingliedern lassen wird, oder aber wie die meisten neuen Mitgliedsstaaten auf großzügige und üppige Spenden hoffen darf? Aber das ist wohl eine rhetorische Frage.
Jedenfalls bereitete der bescheidene Wahlerfolg wenigstens in den höchsten politischen Kreisen großen Jubel: "Für das Land beginnt ein neuer Abschnitt, ein besseres Leben" und "Das Jahr 2013 wird ein Wendepunkt in der Geschichte!"
Nun, ich bin trotz aller Erfahrungen noch immer für ein sinnvoll geeintes Europa und selbstverständlich auch für eine Aufnahme Kroatiens als wichtigen Teil unseres Kontinents. Ob der Zeitpunkt richtig ist, möchte ich bezweifeln, solange im gemeinsamen Haus noch so viele Probleme ungelöst sind. Was mich aber irritiert und zu diesen Zeilen Ausschlag gab, ist die Tatsache, wie ungeniert von den Verantwortlichen in der Politik und den Medien mit Zahlen und Prozenten jongliert wird, um Hörerinnen und LeserInnen durch Schlagzeilen irre zu führen und die Wahlberechtigten zu täuschen. Ist das noch demokratisch oder schon Demokratur?
Montag, 9. Januar 2012
Die junge Generation - besser als ihr Ruf
Das Institut für Jugendkulturforschung, ja das gibt es wirklich, hat aufgrund seiner neuesten Untersuchung der jungen Generation ein erschreckend schlechtes Zeugnis ausgestellt.
Angeblich interessieren sich die Teenis vor allem für ihr eigenes persönliches Wohlbefinden, für Lifestyle und einen sicheren Arbeitsplatz. Darüber hinaus zeigen sie wenig Mitgefühl für Arme und sonstige sozial Schwache, sind Fremden gegenüber eher ablehnend eingestellt und zeichnen sich durch materiellen Egoismus aus. Sind die wirklich so ganz anders als wir?
Mal abgesehen davon, daß nur 400 Personen befragt wurden, was ich für zu wenig repräsentativ halte um auf die Gesamtheit schließen zu können, sollten wir darüber ruhig nachdenken. Auch diese Umfrage hält uns einen Spiegel vor, in dem wir die Generation der Erwachsenen 1:1 wieder finden. Was ist da alles schiefgelaufen in den Familien, in Kindergärten und Schulen, in der Politik, in der Wirtschaft, ja in unserer ganzen Gesellschaft? Was wurde der Jugend vorgelebt, welche Werte und Ideale wurden vermittelt, welche Ziele und Visionen wurden zerstört?
Es wäre leichtfertig, sich über die Ergebnisse einfach hinweg zu setzen, denn das sind Fingerzeige für anstehende Veränderungen. Mit Hilfe aller uns zur Verfügung stehenden Methoden, ich denke hier vor allem an die neuen, fundamentalen Erfahrungen mit der Spirituellen Pädagogik (www.spirituellepaedagogik.com), könnten wir die heranwachsenden Generationen von Anbeginn auf einen guten Weg bringen und begleiten. Idealerweise ist das ohnehin derselbe Weg, den die Kinder der Neuen Zeit, die Kristallkinder, dringend suchen und gehen wollen. So könnten Wandel und Veränderung auf harmonische Weise zum Wohl aller geschehen!
Daher sehe ich keinen Grund, angesichts der Studie zu resignieren und alles hinzuschmeißen. Ich kenne viele Familien, deren Nachwuchs aus anderem Holz geschnitzt ist als das Institut ermittelt hat. Für diese Jugendlichen gab es immer einige positive Vorbilder im Umfeld und sie halten nach Zielen Ausschau, die ihr Leben ausfüllen. Wie z. B. im Beruf ihre Berufung sehen und nicht bloß einen Job für die Absicherung ihrer materielle Bedürfnisse.
Es liegt an uns, die Kinder und Jugendlichen zu fördern und zu bestärken, dann braucht uns auch vor unserer eigenen Zukunft, aber ebenso vor der unseres Planeten nicht bange zu sein.
Dienstag, 20. Dezember 2011
An die Arbeitsfront mit den Rentnern!
Philosophie ist schon was ganz Spezielles. Aus dem Griechischen übersetzt heißt das: Liebe zur Weisheit. Als Philosophen bezeichnet man daher jene Leute, die nach begründeten Einsichten suchen und nach Weisheit streben. Ein wahrhaft hohes Ziel für kluge Köpfe, die auf der Verstandesebene, also im "Einser-Programm" zuhause sind und mit der Spiritualität so gut wie nichts anfangen können. Demgemäß hat sich die Philosophie über tausende Jahre zu einer Erfolgsgeschichte bemerkenswerter Erkenntnisse, aber auch gravierender Fehlleistungen entwickelt.
Gerade heutzutage sind neben stillen Denkern vor allem sehr Publicity-süchtige Geistesblitze unterwegs, die sich allzu gerne mit flotten Sagern ins Rampenlicht schieben und markige Sprüche klopfen. Nicht selten kokettieren sie damit, als Bestsellerautoren zu reüssieren.
Kürzlich war in der Tagespresse über die atemberaubenden Erkenntnisse eines gewissen Richard David Precht zu lesen. Oftmals ist ja die Bedeutung eines zeitgenössischen Philosophen bereits an der Aufzählung von mindestens zwei seiner Vornamen eindeutig zu erkennen. Selbst der unbedarften Leserschaft wird an dieser Stelle klar, dass hier ein Geisteshero Großes von sich gibt.
Der Ruhestand, so sprach der Herr, sei kein erstrebenswertes Ziel. Diese Kernaussage sollten wir uns doch mit Bedacht, aber genüsslich, auf der Zunge zergehen lassen, zumal Herr Precht von dieser Altersschranke noch erfreulich weit entfernt ist. Aus sicherer Entfernung redet sich´s halt leichter.
Als Deutscher ist ihm, und das entschuldigt einiges, das Mysterium der österreichischen Seele zu wenig vertraut. Wir jedoch wissen spätestens seit Erwin Ringel, dass der typische Österreicher als Sängerknabe zur Welt kommt, im Laufe seines Lebens zum Lippizaner reift um ehebaldigst als Beamter den ersehnten Ruhestand anzupeilen. Den langen Lebensabend versüßt er sich verdientermaßen mit Mannerschnitten und Mozartkugeln.
Unser deutscher Denker bietet einen wundervollen Lösungsansatz für seine Fiktion: Jeder rüstige Pensionist ( wahrscheinlich schließt er auch Pensionistinnen in sein Modell mit ein) soll exakt 15 Stunden pro Woche ein soziales Pflichtjahr leisten und dabei ehrenamtlich, also gratis, weiterarbeiten. Zum Beispiel als Coach für Kinder, als Deutschlehrer für Migranten oder, und das schlägt sogar dem Fass des Diogenes den Boden aus, als Altenbetreuer noch ältere Schicksalsgenossen pflegen.
Geht´s noch? Scherz oder humorvoller Wahnwitz? Oder eine Karnevalsnummer? Aber jetzt mal ernsthaft: Wer ist rüstig, wer entscheidet darüber?
Wie soll ein durch den aufreibenden Bürodienst ausgelaugter Gemeindeangestellter, wie ein dem Vaterland bis zum drohenden Heldentod dienender Berufssoldat, wie ein ausgebrannter Eisenbahner - und diese Liste könnte man beliebig verlängern - noch die Kraft und die Motivation aufbringen, z.B. jene Kids zu coachen, deren selbst die geschulten Pädagogen nicht Herr werden?
Wie soll ein aufrechter und gesinnungstreuer Staatsdiener, der Tag und Nacht alle Strophen unserer Bundeshymne von vorne nach hinten und zurück fehlerlos rezitieren kann und am Nationalfeiertag unaufgefordert die Fahne aus dem Fenster flattern lässt, der sogar im Urlaub an jedem Strand der Welt zeigt, wo die Kultur zu Hause ist, wie soll so einer unseren geschätzten Zuwanderern in allen vier Generationen die deutsche Sprache näher bringen, wenn doch die Mehrzahl der gestandenen Österreicher noch nicht den dritten vom vierten Fall unterscheiden können? Auf den zweiten Fall möchte ich hier verschämt lieber nicht näher eingehen.
Zuletzt, wie soll ein Alter andere Alte richtig pflegen und betreuen? Wer zeppelt noch schnell genug, wer zittert mehr, wer kann besser schwächeln? Hier stellt sich das olympische Wetteifern so richtig auf den Kopf: Langsamer, kürzer, tiefer!
Jetzt sind wir genau am Punkt, denn tiefgründiger geht es wohl nicht mehr. Eine zwangsweise Verpflichtung dazu, jemandem anderen Gutes zu tun, schlägt immer ins Gegenteil um. Ohne eine persönliche Motivation kann es keinen Erfolg geben. Breiten wir also mit Nachsicht und einem verzeihenden Lächeln die Decke des Vergessens über eine philosophische Schnapsidee. Verlassen wir uns lieber auf die idealistische Bereitschaft von Mitmenschen, die freiwillig anderen Gutes tun wollen. Der Vordenker hat zumindest ein Ziel erreicht, denn Leute wie ich haben sich mit der Skurrilität auseinandergesetzt.
Ich erinnere mich an ein lateinisches Sprichwort, das ganz gut zu dieser Geschichte passt:"Si tacuisses philosophus mansisses". Frei übersetzt heißt das: "Hättest du doch lieber geschwiegen, hätte man dich doch tatsächlich für einen Philosophen halten können!"
Montag, 7. November 2011
"Papa...chaotis" oder wer?
Klingt es nicht wie eine Ironie des Schicksals, dass das Wort „KRISE“ aus dem alten griechischen Sprachschatz stammt? Krise steht für die Entscheidung in einer schwierigen Situation vor einer Wendung zum Guten oder zum Schlechten. Wie gut wäre da für uns die Prophezeiung einer modernen Kassandra, auf die man wenigstens diesmal hören könnte. Doch leider hat die ahnungslose Politik jahrelang auf das Geschwätz selbsternannter Experten gesetzt und prompt unser aller Spieleinsatz verloren. Erst seit kurzer Zeit kann man da und dort zögerliche Eingeständnisse vernehmen, dass scheinbar keiner mehr wirklich weiß, wie es weitergehen soll.
Im schönen Griechenland fuhrwerkt seit vielen Jahren ein umtriebiger Regierungschef, der nicht nur sein Volk getäuscht, sondern auch die befreundeten Partnerstaaten in die Irre geführt hat. Wer mit falschen Zahlen jongliert, um unberechtigte Vorteile zu erschleichen, gilt in breiten gesellschaftlichen Kreisen schlichtweg als Betrüger. In der hohen Politik aber werden den „ehrenhaften“ Staatsmännern bis zu ihrem Abtreten Achtung und Respekt gezollt. Selbst dann noch, wenn allen klar wird, dass der Karren mit vollem Tempo in den Graben gefahren wurde. Auch dann noch, wenn sie das Geld anderer in astronomischer Höhe eingesackt haben und im selben Atemzug von den Partnern noch mehr Solidarität fordern.
Die Begriffe von Ehre und Anstand haben im Laufe der Zeit einen auffälligen Wertewandel erfahren. Heutzutage wird einem ausgekochten Schlitzohr schon im Alltag eine gewisse Anerkennung und Bewunderung entgegengebracht. Solche Menschen haben sich geschickt Vorteile verschafft und auf Veränderungen rasch und pfiffig reagiert, um mehr Geld zu machen als die anderen Zeitgenossen. Wenn dabei die geltenden Spielregeln verletzt und Gutgläubige übertölpelt wurden, war das vielleicht nicht ganz in Ordnung, aber chic und super cool.
Vor wenigen Jahrhunderten sah man solches Verhalten noch ganz anders: Schon kleine Betrügereien wurden mit einer signifikanten Körperstrafe belegt. Ein kleiner Schlitz im Ohr sollte alle davor warnen, zu sorglos und vertrauensvoll mit dem Gezeichneten umzugehen. Wir wollen ja nicht zurück ins sogenannte „finstere“ Mittelalter, aber ein amüsanter Gedanke sei mir doch gestattet: Wie würden unsere Volksvertreter, unsere prominenten Manager, Banker und Geschäftsleute mit den Ohren wackeln? Wie würde die Regenbogenpresse jammern und klagen, wenn ihr so manche schillernde Persönlichkeit, so mancher bunter Vogel für Klatsch und Tratsch abhanden käme?
Im schönen Griechenland fuhrwerkt seit vielen Jahren ein umtriebiger Regierungschef, der nicht nur sein Volk getäuscht, sondern auch die befreundeten Partnerstaaten in die Irre geführt hat. Wer mit falschen Zahlen jongliert, um unberechtigte Vorteile zu erschleichen, gilt in breiten gesellschaftlichen Kreisen schlichtweg als Betrüger. In der hohen Politik aber werden den „ehrenhaften“ Staatsmännern bis zu ihrem Abtreten Achtung und Respekt gezollt. Selbst dann noch, wenn allen klar wird, dass der Karren mit vollem Tempo in den Graben gefahren wurde. Auch dann noch, wenn sie das Geld anderer in astronomischer Höhe eingesackt haben und im selben Atemzug von den Partnern noch mehr Solidarität fordern.
Die Begriffe von Ehre und Anstand haben im Laufe der Zeit einen auffälligen Wertewandel erfahren. Heutzutage wird einem ausgekochten Schlitzohr schon im Alltag eine gewisse Anerkennung und Bewunderung entgegengebracht. Solche Menschen haben sich geschickt Vorteile verschafft und auf Veränderungen rasch und pfiffig reagiert, um mehr Geld zu machen als die anderen Zeitgenossen. Wenn dabei die geltenden Spielregeln verletzt und Gutgläubige übertölpelt wurden, war das vielleicht nicht ganz in Ordnung, aber chic und super cool.
Vor wenigen Jahrhunderten sah man solches Verhalten noch ganz anders: Schon kleine Betrügereien wurden mit einer signifikanten Körperstrafe belegt. Ein kleiner Schlitz im Ohr sollte alle davor warnen, zu sorglos und vertrauensvoll mit dem Gezeichneten umzugehen. Wir wollen ja nicht zurück ins sogenannte „finstere“ Mittelalter, aber ein amüsanter Gedanke sei mir doch gestattet: Wie würden unsere Volksvertreter, unsere prominenten Manager, Banker und Geschäftsleute mit den Ohren wackeln? Wie würde die Regenbogenpresse jammern und klagen, wenn ihr so manche schillernde Persönlichkeit, so mancher bunter Vogel für Klatsch und Tratsch abhanden käme?
Mittwoch, 7. September 2011
Gesunde Geschäfte mit der Geburt
Seit es Menschen gibt, ist eine Geburt die natürlichste Sache der Welt. Und immer schon gab es Frauen, die den Schwangeren bei der Entbindung halfen und zur Seite standen.
Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit und eine Geburt kein Unfall. Die Leistungen der Medizin sollten sich daher in erster Linie auf jene Fälle konzentrieren, in denen Komplikationen und Gefährdungen von Mutter und Kind zu befürchten sind. Laut einer Aussendung der Weltgesundheitsorganisation der UNO betrifft dieses Risiko nur 15 Prozent aller Schwangerschaften.
Tatsächlich aber hat sich in unserer modernen Gesellschaft das öffentliche Gesundheitswesen der Thematik angenommen, womit zweifellos viele Vorteile verbunden sind, und eine beherrschende Rolle beansprucht. Leider geht es dabei nicht nur um das Wohl der Schwangeren und ihrer Babys, sondern auch um geschäftliche Interessen, um sehr viel Geld.
Wen wundert es daher, wenn die relativ kleine Gruppe der selbstständigen Hebammen mit dem Rücken zur Wand steht und gegen den übermächtigen Gesundheitsapparat nur noch hinhaltenden Widerstand leisten kann? Wen wundert es, dass die natürlichen Geburten rückläufig sind und die Kaiserschnitt-Entbindungen forciert werden? Bereits jedes dritte Kind kommt durch diesen Eingriff zur Welt.
Nur ein paar Zahlen dazu, die der Zeitschrift „Der Spiegel“ vom 15. August dieses Jahres entnommen sind, um die bedenkliche Entwicklung zu verdeutlichen:
Für den Besuch einer selbstständigen Hebamme am Wochenbett bezahlen die Krankenkassen 27 Euro brutto. Wer sein Auto in einer Werkstätte reparieren lässt, bezahlt einen Stundensatz von etwa 80 Euro. Kind oder Auto, was ist unserer Gesellschaft mehr wert?
Über 90 Prozent der Entbindungen geschehen in den Krankenhäusern, somit sind
nur noch bei weniger als 10 Prozent freiberufliche Hebammen anwesend.
Die Kosten für eine natürliche Geburt belaufen sich im Krankenhaus auf über 1500 Euro, für Kaiserschnittentbindungen aber auf mehr als 3000 Euro.
Untereinander orientieren sich die Krankenhäuser an Statistiken, die aufzeigen, wer sich unter oder über dem Durchschnitt bewegt. Ein echter Ansporn für Nachzügler, mehr Kaiserschnitte anzubieten.
Ist wirklich jeder ein Schelm, der bei solchen Vorgängen eher an gesunde Profite als an gesundheitliche Notwendigkeiten denkt?
Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit und eine Geburt kein Unfall. Die Leistungen der Medizin sollten sich daher in erster Linie auf jene Fälle konzentrieren, in denen Komplikationen und Gefährdungen von Mutter und Kind zu befürchten sind. Laut einer Aussendung der Weltgesundheitsorganisation der UNO betrifft dieses Risiko nur 15 Prozent aller Schwangerschaften.
Tatsächlich aber hat sich in unserer modernen Gesellschaft das öffentliche Gesundheitswesen der Thematik angenommen, womit zweifellos viele Vorteile verbunden sind, und eine beherrschende Rolle beansprucht. Leider geht es dabei nicht nur um das Wohl der Schwangeren und ihrer Babys, sondern auch um geschäftliche Interessen, um sehr viel Geld.
Wen wundert es daher, wenn die relativ kleine Gruppe der selbstständigen Hebammen mit dem Rücken zur Wand steht und gegen den übermächtigen Gesundheitsapparat nur noch hinhaltenden Widerstand leisten kann? Wen wundert es, dass die natürlichen Geburten rückläufig sind und die Kaiserschnitt-Entbindungen forciert werden? Bereits jedes dritte Kind kommt durch diesen Eingriff zur Welt.
Nur ein paar Zahlen dazu, die der Zeitschrift „Der Spiegel“ vom 15. August dieses Jahres entnommen sind, um die bedenkliche Entwicklung zu verdeutlichen:
Für den Besuch einer selbstständigen Hebamme am Wochenbett bezahlen die Krankenkassen 27 Euro brutto. Wer sein Auto in einer Werkstätte reparieren lässt, bezahlt einen Stundensatz von etwa 80 Euro. Kind oder Auto, was ist unserer Gesellschaft mehr wert?
Über 90 Prozent der Entbindungen geschehen in den Krankenhäusern, somit sind
nur noch bei weniger als 10 Prozent freiberufliche Hebammen anwesend.
Die Kosten für eine natürliche Geburt belaufen sich im Krankenhaus auf über 1500 Euro, für Kaiserschnittentbindungen aber auf mehr als 3000 Euro.
Untereinander orientieren sich die Krankenhäuser an Statistiken, die aufzeigen, wer sich unter oder über dem Durchschnitt bewegt. Ein echter Ansporn für Nachzügler, mehr Kaiserschnitte anzubieten.
Ist wirklich jeder ein Schelm, der bei solchen Vorgängen eher an gesunde Profite als an gesundheitliche Notwendigkeiten denkt?
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